Archiv

Inkontinez und Bäume

Die Arbeit mit alten Leuten ist so schön wie anstrengend. Manche benehmen sich wirklich wie kleine Kinder.
Kinder + Schwerhörigkeit + Inkontinenz

Sie schieben ihr Essen – trotz hungrigem Magen – weg und stampfen mit dem Fuß auf wenn sie etwas nicht bekommen.
Das ist wirklich interessant wie man sich im Alter wieder zurückentwickelt. Man beginnt sich zu fragen warum eine hohe Lebenserwartung erstrebenswert sein soll.
Wie eine Frau aus dem Altersheim sagte:
„Das Alter ist nicht schön. Es ist traurig und einsam.“
Alle Lieben sind tot. (sonst bräuchte man kein Pflegeheim).

Eine der Frauen – das fand ich interessant – meinte sie wäre gesund und gut versorgt. Aber irgendetwas fehle ihr. Die Umstände sind gut aber sie ist nicht glücklich. Und den ganzen Tag verbringt sie damit zu grübeln, warum das so ist. Wie ich schon sagte – in einem früheren Post –
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ (Aber das erkennt die Frau nicht.)

Außerdem (traurig dass ich das besonders finde) habe ich heut ein Kastanienblatt gefunden, dass dermaßen groß war.....
Also wenn ich jetzt schreibe: „halb so groß wie ich“ , glaubt mir das eh keiner.
Deshalb schreib ich – „Es war VERDAMMT groß.

1 Kommentar 1.8.06 19:50, kommentieren

Gelassen

Lass es uns lassen.
Eh schon zu spät.
Jetzt wo sich bald
alles trennt.

Will dich nicht drängen,
dich zu beeilen,
aber tus trotzdem.

1.8.06 19:52, kommentieren

Die Steine



Leo Tolstoi



Zwei Frauen kamen zu einem Einsiedler, um sich von ihm belehren zu lassen. Die eine von ihnen hielt sich für eine große Sünderin. Sie war in jungen Jahren einmal ihrem Mann untreu geworden und machte sich deswegen immer noch schwere Vorwürfe. Die andere hingegen, die in ihrem ganzen Leben nichts verbrochen hatte, machte sich keine besondere Sünde zum Vorwurf und war selbstzufrieden.
Der Einsiedler befragte beide Frauen nach ihrem Leben. Die eine bekannte unter Tränen ihre große Schuld. Sie hielt ihre Sünde für so schwer, dass sie auf keine Vergebung hoffte, während die andere erklärte, dass sie sich keiner besonderen Sünde bewusst sei. Darauf sagte der Einsiedler zu der ersten Frau:
„Gehe du, Magd Gottes, ins freie Feld, suche dir dort einen so schweren Stein, dass du ihn eben noch tragen kannst und bringe ihn mir.....Und auch du“, wandte er sich an jene Frau, die sich keine großen Sünden bewusst war, „bringe mir so viele Steine, wie du tragen kannst, aber lauter kleine“.
Die Frauen machten sich auf und führten aus, was der Einsiedler sie geheißen hatte. Die eine brachte einen großen Stein, die andere einen Sack voll kleiner Steine. Der Einsiedler sah sich die Steine an und sagte dann: „ Jetzt macht Folgendes: Tragt die Steine wieder fort und legt jeden auf dieselbe Stelle zurück, von der ihr ihn genommen habt, und kommt dann wieder zu mir“.
Da gingen die Frauen wieder, um die Anweisung des Einsiedlers auszuführen. Die erste fand ohne viel zu suchen die Stelle, von der sie den Stein genommen hatte, und legte ihn dorthin zurück. Die andere jedoch konnte sich trotz allen Nachdenkens nicht darauf besinnen, von welchen Stellen sie jeden einzelnen Stein genommen hatte, und kam unverrichteter Sache mit dem vollen Sack zum Einsiedler zurück.
„Seht ihr“, sagte der Einsiedler, “ebenso verhält es sich auch mit den Sünden. Dir“ , wandte er sich an die erste Frau, „war es ein Leichtes, den großen, schweren Stein auf seinen alten Platz zurückzulegen, weil du noch wusstest, von wo du ihn genommen hast. Du aber „, sagte er zu der anderen, “konntest das mit den kleinen Steinen nicht tun, weil du dich nicht erinnertest, wo jeder von ihnen gelegen hat. Mit den Sünden ist es dasselbe. Du hast deine Sünde nicht vergessen „ sagte er zu der ersten Frau, „hast ihretwegen die Vorwürfe anderer Menschen und deines eigenen Gewissens ertragen, bist demütig geworden und hast dich damit von den Folgen der Sünde befreit. Du dagegen, “wandte er sich wieder zu der Frau, die mit allen kleinen Steinen zurückgekommen war, „hast die von dir begangenen kleinen Sünden nicht im Gedächtnis behalten und dir ihretwegen nicht Gewissensbisse gemacht- du hast dich an das sündhafte Leben gewöhnt und bist, während du andere wegen ihrer Sünden verurteilst, immer tiefer und tiefer in deinen eigenen versunken. Wir alle sind Sünder, sind alle dem Verderben geweiht, wenn wir nicht Buße tun.“

2.8.06 20:12, kommentieren

"Heavy Side Layer" und "Gimme Shelter"

Ich hab mich entschieden meinen Roman von "Heavy Side Layer" in "Gimme Shelter" umzunennen. Der Titel passt einfach besser.

Werd auch bald 1/III reinstellen.

Also soll es so sein.

3.8.06 18:52, kommentieren

Tod durch Musik

Ich habe was ziemlich interessantes gehört. In einem uralten „Spiegel“ -Artikel über Beatmusik beschreibt eine Forscherin die Auswirkungen der Musik auf Jugendliche.
(Wies halt damals so war – die Kinder fandens gut, die Eltern grauenhaft.)

Und sie beschreibt dass die Folgen dieselben sein könnten wie beim Musiktod im alten China.
Musiktod ???? Fragte ich mich da. Und ich fand Antwort.
Im alten China gab es eine Todesart die dem Erschießen oder Teeren und Federn gleichgesetzt war. Man beschallte die Todgeweihten einfach mit Musik. Und sie starben.
Ich meine – keine platzenden Trommelfelle oder Ähnliches. Einfach nur der nackte Schall. Ein interessanter Gedanke.

Die Rhytmen waren so scheußlich, und Schlafentzug kam auch noch hinzu. Die Todesursache war schlicht Überreizung.

Leider gibt es nur wenig darüber.

4.8.06 17:13, kommentieren