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Angeln und Drehen

Der Dreh- und Angelpunkt des Jahres ist vorbei, und es war wunderschön.
5 Tage Party inklusive Kirschfestflirt hat aber auch seine Spuren hinterlassen.

Eine Anekdote kann ich morgen mal noch zum Besten geben....also heute besser gesagt.

4 Kommentare 1.7.08 02:27, kommentieren

Satz des Tages:

"Zögern ist tödlich am Mc Drive!"

Ich

1 Kommentar 1.7.08 02:52, kommentieren

Anni 1

Also zur versprochenen Anekdote. Also eigentlich ist es nichts Großartiges - nur eben aufrüttelnd.

Vor zwei Jahren lernte ich beim Kirschfest an einer Bar meinen Kirschfestflirt von vor zwei Jahren kennen. Ich hatte schon einiges getrunken und hatte zwar keinen Filmriss, noch musste ich mich übergeben, aber ich gebe zu das ich mich nicht einmal mehr an sein Gesicht erinnern kann.
Das ist zwar etwas peinlich zuzugeben, musste aber mal gesagt werden.

Auf jeden Fall wollten wir uns dieses Jahr wiedersehen. Nachdem es letztes Jahr schon nicht geklappt hat, sollte es dieses Jahr so weit sein.
Wir waren also am Sonntag um 22.00 verabredet. Schon die Tatsache dass er sich mit mir treffen wollte während das Finalspiel lief, verstimmte mich ewas.

Ich ging aber dennoch punkt 22.00 raus. Allerdings war kein Kirschfestflirt 2006 zu sehen. Nur ein paar alte Männer, ein paar junge Hühner und ein Typ der aussah als hätte er schon vor 10 Jahren eine steile Drogenkarriere begonnen, mit allem was man für Geld bekommen kann. Seine Augen waren so tief in den Höhlen vergraben dass man sie kaum mehr sah.
Ich wartete also...

Ungefähr 10 Minuten stand ich da. Und wer mich kennt weiß dass ich sehr ungeduldig bin und 10 Minuten Wartezeit für mich schon sehr viel. Also habe ich mir überlegt, ihn anzuklingeln und allerhöchstens noch eine einzige Minute zu warten. Ich phonte ihn also an, und sah plötzlich wie ein Handy aufleuchtete und dann auch begann zu klingeln.
Es war das Handy das der Drogentyp in der Hand hielt.

Ach du Scheiße! Ich habe gemacht das ich wieder zu den Festzelten kam, und habe auch folgende SMS von ihm nur noch abgewehrt. Boah wie kann man sich nur so vergucken!

2 Kommentare 1.7.08 14:23, kommentieren

Maden-Anekdote

Ich wollte schon seit Montag noch eine Anni zum Besten geben. Aber da ich heute schon betäubt aufgewacht bin, wusste ich nicht ob ich das online stellen dieser Geschichte auch noch gut finden würde wenn ich weniger betäubt bin, wie jetzt in diesem Moment des geistigen Ergusses.

Genau genommen ist es gar kein geistiger Erguss, da dazu ja gehören würde das ich mir selber etwas ausdenke. Aber da dem nicht so ist, sondern alles meinem etwas getrübten Gedächtnis entspringt ist der Erguss nicht geistiger, sondern gedenkender Natur.
Ich hör auf zu schwafeln - hier ist die Anni.

Vor zwei Jahren zum Kirschfest, als ich eben jenen Drogentypen kennenlernte von dem ich bereits im letzten Kirschfest-Eintrag schrieb trug sich folgendes zu:

Ich wollte wie die anderen Tage auch, bei einer Freundin pennen. Und nachdem ich mich super mit diesem Opfer verstanden habe das ich, wie bereits beschrieben, schon beschrieb, kam also meine Freundin auf mich zu sagte:

(bitte hohe Frauenstimme nachmachen beim lauten Lesen dieses Satzes: )

"Hey, wir gehen langsam nach Hause. "

(Jetzt wieder mit normaler Stimme sprechen)
Und ich dann so: "Was? Um 2? Na gut - wenn du meinst.

(Und weil es so schön war - bitte noch einmal die hohe Stimme)
"Ja, geh du ruhig schon mal vor. Ich komme gleich nach."

Ihr ahnt sicher schon was passierte. Aber um euch Klugscheißern mal den Kopp zu waschen müsst ihr von vorne anfangen zu lesen wenn eure hohe Stimme nicht wie Prince klang.

Ich saß also ca. halb 2 vor der Wohnung. Aber keine Freundin. Ich hatte nur ein eher leichtes Oberteil getragen. Die unklügste Entscheidung dieses Abends wie sich herausstellte. Glaubt mir: frieren ist schlimmer als schwitzen. Lieber hätte ich im Festzelt noch mehr geschwitzt als nachts halb 2 in der Kälte zu bibbern. Es war nicht mehr zu ändern - also weiter im Text.

Circa um 4 (!) kam eine Frau aus dem Haus in dem meine Freundin wohnt weil sie wohl auf Arbeit musste. Mir ging am Arsch vorbei warum die das Haus verließ, ich wollte einfach nur in diesen scheiß Flur, der Wärme versprach und, oh meine Freunde, auch hielt.

Dort harrte ich aus. Es wurde um 5 (!!). Es wurde um 6 (!!!). Es wurde um 7 (!!!!) Und immer noch versuchte ich verzweifelt auf der kalten Holztreppe zu schlafen.
Halb 8 (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) kam diese blöde Kuh von Freundin. Ich hatte inzwischen nicht mehr mit meiner Aggroness zu kämpfen. Ich hatte mit einer unstillbaren Müdigkeit zu kämpfen, die sich todesmutig in einen Kampf stürzte mit dem Gefühl meine Freundin töten zu müssen.

Meine Müdigkeit hätte den Kampf auch gewonnen, hätte meine Aufmerksamkeit sich nicht anderen Dingen zugewendet die beide Kräfte in meiner Brust verstummen ließ.

Meine Freundin hatte einen absolut versifften Kerl dabei. Schlimmer als mein Drogenopfer, weil absolut ekelhaft, ich wiederhole: EKELHAFT!

Wir betraten also die Wohnung. Ich war spür- hör- und sichtbar angepisst.
Und meine Freundin wollte folgendes tun: (Nach einer Nacht ohne Schlaf, mit einem Penner im Schlepptau und kurz bevor sie zur Schule musste) Sie wollte aufräumen.
Früh halb 8! .
Das zeigt ja schon das da was nicht stimmen kann.

Währenddessen erzählte sie mir warum sie etwas länger brauchte als geplant. Sie ist erst noch zu Mc Donalds am anderen Ende der Stadt gegangen um dann mit diesem Typen zu einer Privatparty am nochmal ganz anderen Ende der Stadt zu laufen. Und von dort ist sie dann natürlich sofort zu ihrer Wohnung.
Ihre Ausführungen waren dabei nebensächlich - also im Prinzip.

Durch unseren 5-tägigen Lebenswandel der sich einmal im Jahr vollzieht zu Zeiten der Kirschblüte hat sich natürlich einiges angesammelt.
Alle Liköre waren in der Zwischenzeit fest geworden. Wir hatten kein Geschirr mehr weil wir alle gebrauchten aber nix abwuschen und alles war voll von Tabak und Dreck - und ich meine wirklich voll!
Von anderen Drogen die sie konsumiert will ich hier mal gar nicht sprechen.
Als sie aber den Müllbeutel (der einriss und Organisches preisgab) hochhob, wurde eine Riesenkolonie Maden sichtbar.

Gut zu Spargel



Der Penner-Typ der bis dato damit angab bei seinem Work & Travel-Aufenthalt in Australien auch mal zwei Monate auf der Straße gelebt zu haben, verdünnisierte sich ganz schnell. Erst erklärte er uns was für ein harter Hund er sei, aber vergaß sogar sein super Hightech-Handy beim Anblick von simplen kleinen Maden.
Mit Alufolie und Haarspray haben wir also versucht die Maden zu töten. Wer jetzt fragt wie das mit Alufolie und Haarspray geht, dem kann ich nur sagen: Keine Ahnung! Bei uns ging es nicht.
Aber der Versuch war löblich. Und da wir nix da hatten auf dem "Madentod" stand haben wir das genommen.
Im Nachhinein hätten wir sie natürllich auf mit dem festen Batida de Coco erschlagen können. Das wäre effektiver gewesen. Obgleich ich natürlich wiederum nicht weiß ob Maden zu Batida schmecken. Zu Spargel sollen sie in der Saison ja vorzüglich sein.

Als das erledigt war ging sie zur Schule und ich ins Bettchen - Ende der Geschichte.

Übrigens stelle ich gerade fest dass Miss Kirschfest 2006 eine Freundin von mir ist. Ich überhaupt gerade fest dass es eine Miss-Kirschfest-Wahl gibt.
Wieso hat mir keiner Bescheid gesagt?

1 Kommentar 3.7.08 23:04, kommentieren

Kopf-Nazis und die Demokratie ganz oben

Morgen ist bei uns Tag der Demokratie.

Und im Vorfeld finden immer allerhand Veranstaltungen statt.
Heute war ich zu einer dieser Veranstaltungen. Es haben Zeitzeugen gesprochen die zur Zeit des Naziregimes verfolgt wurden.
Es war sehr interessant obwohl ich gestehen muss dass ich einiges auch schon gehört habe.
Eines allerdings habe ich nicht noch nie gehört:

Einer der Zeitzeugen, ein Mann der lange Zeit in meiner Heimatstadt als Arzt ansässig war, hat dermaßen euphorisch darüber geredet das mir wortwörtlich die Tränen in die Augen getreten sind.

Er erzählte wie schön es war gemeinsam mit anderen Kindern Sport zu betreiebn. Und wie befriedigend es war Fahnen zu schwingen, und diese zu grüßen.
Bis dahin nickte sogar noch eine Zeitzeugin. Aber das verging ihr auch nachdem er folgendes Wort an die anderen Zeitzeugen /-innen richtete:

"Ich habe nicht viel davon mitbekommen wie es den Verfolgten, wie Ihnen, erging. Wir waren nämlich die Verfolger."

Da blieb mir echt die Spucke weg. Und Gott weiß, das geschieht nicht oft. Vor allem das schallende Lachen dabei, machte auch andere Zuhörer hellhörig.

Eines kann ich allerdings verstehen, was eben auch häufiger angesprochen wurde:
Die Krise die den gerade noch sehr jungen Bürgern daraus entstand.
Gerade eben noch, wurde ihnen beigebracht, mussten sie den Führer anhimmeln, und am nächsten Tage nach dem Aufstehen mussten sie Stalin anhimmeln.
Zunächst war Hitler der Gute, und Augenblicke später war der Amerikaner der Freund und Helfer.
Und sie haben sich gewundert, so erzählten sie uns eben, das die Amerikaner nett war und sie gar nicht vergewaltigten. Die Propagandamaschinerie will ich mir damals gar nicht vorgestellt haben.

Ich nehme an heute ist es dasselbe, nur weit unauffälliger.
Propaganda wird nicht mehr mit rollendem "R" vorgetragen, das unterscheidet sie von der heutigen, und wird dennoch manchmal durchschaut (siehe Amerika).

Auf jeden Fall, und das soll der abschließende Satz sein, war es sehr schwer für die Zeitzeugen den damaligen Wandel im Kopf (das Hitler nicht mehr gut sind, sondern jetzt ein anderer Gott angebetet wird, und nach der Wende nochmal ein Anderer) hinzubekommen. Und manche haben ihn nie richtig hinbekommen und erwischen sich selber ab und an noch beim hegen bestimmter Gedanken die in die damlaige Zeit gehören, da es eben das war was sie seit frühester Kindheit mitbekommen haben.

Eine Zeitzeugin sagte dazu ganz treffend:
"Was man ganz unten in das Faß tut, danach richt es!"

P.S. Wer in der Nähe wohnt, kann unsere Demonstration morgen ja gern noch bunter machen.

2 Kommentare 4.7.08 21:13, kommentieren