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Tag 17 - Rückfall

Gestern war es dann also so weit. Ich habe die Fastenzeit nicht eingehalten.
Ich habe wieder gesündigt und DVD's und Bücher gekauft. Ich war mit meinem Freund dem heiligen Stephanus unterwegs. Und ich habe mit ihm vorher ausgemacht das er mir die Absolution erteilen wird.

Leider hat er mir keinen Ablassbrief verkauft und ich kann doch keinen Rosenkranz beten.
Wie dem auch sei, es war ein starker Rückschritt auf dem Weg aus der Sucht. 5 DVD's und 2 Bücher. Und es waren nur so wenig weil ich mich echt zusammengerissen habe. Ich hätte ja die Bücher dann auch heute von Leipzig bis nach Hause mit mir rumschleppen müssen. So habe ich die John Lennon-Biographie und "White Line Fever" von Lemmy vorerst verschmäht. Auch habe ich nur einen einzigen Scheibenwelt-Roman gekauft. Und das obwohl dort mindestens 10 standen die ich noch nicht hatte.
Auch "Fucking Berlin" ging wieder zurück ins Regal.

Aber immerhin: Denn das bisher einzige Ergebnis meiner DVD- und Buchdiät ist das meine Amazon-Wunschliste überdimensionale Größe annimmt.

Trotz Absolution habe ich ein schlechtes Gewissen deswegen hoffe ich das es ein einmaliger Ausrutscher war.

Düdeldü

P.S. Wir ignorieren Neujahr

5 Kommentare 1.1.09 18:24, kommentieren

Tag 24 - Ein schales Gefühl bleibt

Ich habe heute wieder gekauft.
Genau genommen habe ich nicht gegen meine Regeln verstoßen. Ich habe weder eine DVD noch ein Buch gekauft.
Ich habe mir heut 3 CD's zugelegt.

Aber doch bleibt da irgendein schaler Geschmack im Mund. Es ist irgendwie doch als hätte ich die Diät nicht eingehalten.
Mit anderen Worten es ist wie "Essen in Essen". Ich habe ein schlechtes Gewissen.

Hm, ich glaube bei solchen Erfahrungsberichten muss man da stilistisch anders herangehen. Das klingt noch nicht reportagig genug.

08.01. 2009
Wir haben es 18.11 Uhr. Laute Musik dringt an meine Ohren. Draußen ist es kalt. Die Mannschaft wird langsam unruhig. Schon der 24. Tag ohne Sonne. Ich weiß nicht wie ich die Schweinehunde noch beruhigen soll. Ihr Heulen ist deutlich zu vernehmen. Sie kommen uns zu holen.

.....Trommeln.....Trommeln aus der Tiefe.....

Kommentar des Historikers und Intellektuellen James Cook Tolkien:
Dies war der letzte Eintrag im Logbuch des Schiffes "Bunker". Was aus der Mannschaft wurde ist unklar. Es fehlt bis jetzt jede Spur (Stand: 18.16 Uhr)

Nachtrag:

Nachdem mir nun der Kopf gewaschen wurde, dass ich nicht auch umgehend die erworbenen CD's benannt habe, hole ich dies nun nach.

Es sind:


  • "Young for Eternity" von The Subways



  • "Zeitgeist" von den Smashing Pumpkins


  • "Things to make and do" von Moloko

    3 Kommentare 8.1.09 18:17, kommentieren

Ich bin verflucht und gesegnet

"Vor ein paar Jahren stellte ich fest, dass ich unsichtbar bin. Ich meine, natürlich nicht wirklich unsichtbar. Mehr so....anonym. A-N-O-N-Ü-M, anonym.
And when it came to love, yeah that sucked. S-U-C-K-E-D, sucked."
Die war ein freies Zitat aus "Rache ist Sexy" (der vorgesehene Titel John Tucker must die" gefällt mir besser.)
Und genau so geht es mir.
Ich bin so unscheinbar, und sehe so brav aus dass ich keinem auffalle.
Versteht mich nicht falsch. Mir geht es, im Gegensatz zur Hauptdarstellerin nicht schlecht dabei.

Im Gegenteil, ich habe eine Geschäftsidee daraus entwickelt.
In der Oberstufe gab es ein paar eingebildete Mädchen die sogar auf mich draufgetreten sind ohne es zu merken, weil ich für sie schlichtweg nicht existierte. Und ein Mädchen sagte einmal: "Man kann sich gar nichtvorstellen dass du ein Sexleben hast". So brav sehe ich aus.

Ich habe diesen Gedanken einmal weiter gedacht.
Hier meine Geschäftsidee:

Ich könnte eine Bank überfallen. Die Polizei umringt die Bank mit gezückten Waffen, entsichert und auf den Ein-/Ausgang gerichtet. Ich könnte da heraus spazieren, das Geld in der einen, die Waffe in der anderen Hand, und die Polizei würde nur sagen:
"Gehn se zur Seite junge Frau, wir warten auf 'ne Bankräuberin. Sehr gefährlich!"
Ich müsste nur dran denken die Maske abzunehmen wenn ich dort hinaus spaziere, da ja mein Gesicht einen großen Teil des Brav-Images ausmacht.

Aber versteht mich wiederum nicht falsch. So gut ist das brav sein nun auch nicht.
Bei jedem Satz das ein Schimpfwort* enthält wird man entsetzt angeguckt. Sowas hätte man ja nie ... aus meinem Munde.....bla bla bla.
Und das bei jedem zweiten Satz. Statt einfach die Schublade zu wechseln.

*Auch gemeint sind Worte die auf Freiheit, Rock'n'Roll oder Drogen eingehen. Von Mord, außergewöhnlichen Haarfarben, und Geschlechtsverkehr mal ganz abgesehen.

6 Kommentare 11.1.09 12:02, kommentieren

Ich gebe auf...

Vergessen wir die Diät!
Ich sah am Montag "Twilight" in der Sneak Preview. Und der Film, den ich mir nie von selbst angeschaut hätte, war so großartig, dass ich mir die ersten drei Bände der Saga sogleich zulegen musste...


Also weitere 3 Bücher die meine Rückfallquote erhöhen.....

Irgendwann anders nocheinmal! Und dann richtig: Kalter Entzug! Ich betrachte meine BUch- und DVD-Diät als gescheitert.

Düdeldü

P.S. Schaut euch unbedingt "Twilight" an!

5 Kommentare 14.1.09 17:15, kommentieren

Bekenntisse einer Anti-Romantikerin

Es ist mir ein Rätsel. Vom ersten Satz an war ich abgestoßen.
Die Rede ist von "Bis(s) zum Morgengrauen" und den Folgeromanen.

Es ist geschrieben wie eine Fanfiction über Tokio Hotel.
Der ein oder andere wird es vielleicht wiedererkennen. Alles passiert fast gleichzeitig. Nachdem die Protagonistin Bill dazu gebracht hat sich unsterblich in sie zu verlieben, wird sie entführt, ihre Mutter stirbt, ihr Bruder wird drogenabhängig, und sie fällt bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Ohnmacht. All das wird unterbrochen von Liebesbeteuerungen und sehr durchschaubaren Missverständnissen, denen in der Realität keiner erliegen würde.
Überflüssig zu erwähnen das für eine derartige Masse an Inhalt ca. 20 Seiten benötigt werden.

Die Geschichte ist so schön, und wird im Film auch sehr gut umgesetzt, aber Stephenie Meyer schreibt so unsagbar schlecht. So unsagbar grottig, fast unterirdisch.
Also ich weiß nicht ob ich klar machen konnte, wie schlecht sie schreibt.
Es fügt mir beinahe körperliche Schmerzen zu. Und obwohl ich das alles wirklich als so schlimm empfinde und auch jedem der nach der Qualität der Bücher fragt, bereitwillig diese Auskunft gab, hab ich sie gelesen.

Bella (die Hauptperson, die sich in den Vampir Edward verliebt) schafft es nicht einmal 3 Schritte geradeaus zu laufen ohne zu stolpern. Sie verbringt die Bücher auf dem Erdboden mit verstauchtem Knöchel oder bricht sich die Hand, oder fällt in Ohnmacht wenn Edward zu schnell läuft (wirklich wahr!).
Das Mädchen ist nicht tolpatschig, das ist schon körperbehindert. Ab der 50. Seite des ersten Bandes ist Bella, glaube ich, zu keinem Zeitpunkt unverletzt.
Es ist wirklich schwer sie zu mögen.

Und dennoch, ich habe mich nicht durchgequält, ich habe sie verschlungen. Band 2 (stolze 600 Seiten) habe ich in einer Nacht gelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte. Jetzt wirds pikant: Ich konnte nicht einmal menschliche Bedürfnisse erfüllen, ohne dabei dieses Buch weiterzulesen.

Die Liebesgeschichte ist ,und jetzt kommt die 13-jährige in mir durch, totaaaaal romantiiiiiisch!
Das ist normalerweise nix für mich. Und die Geschichte ist auch wirklich an den Haaren herbeigezogen. Die lieben sich so sehr und ohne Bedingungen das man beim Zuschlagen des Buches genau weiß, dass das die Traumphantasien der Autorin sind und es so eine utopische Liebe niemals geben könnte. Aber eben da ist der Haken.
>Beim Zuschlagen des Buches<
Denn beim Öffnen des Buchdeckels, just in diesem Moment und bei jedem weiteren Satz den ich las, dachte ich: "Naja vielleicht ja doch." Und das ist eben einfach eine schöne Vorstellung.

Leute die mich kennen werden empört sein ob dieser pro-romantischen Äußerung. Aber ich halte meine Fahne in den Sturm und stehe dazu. Dieses Buch ist total kitschig und romantisch und dennoch hab ich es gern gelesen. So jetzt isses raus!

9 Kommentare 22.1.09 19:13, kommentieren