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Die Geschichte vom schmutzigen Mantel

Vor Äonen habe ich mir einen todschicken Mantel gekauft. Er war von einem spanischen Designerlabel, und hinreichend teuer. Und zu jedem Anlass dachte ich: Nein dafür ist er zu schade! Und so habe ich ihn zwar im Schrank hängen gehabt und beim Umziehen auch immer mal wieder angesehen und mich daran erfreut aber getragen hatte ich ihn nie. Bis zu jenem schicksalhaften Tag.

Zur Silberhochzeit meiner Eltern habe ich das tolle Teil aus dem Schrank geholt, endlich froh einen passenden Anlass gefunden zu haben. Hätte ich ihn lieber im Schrank hängen lassen. Denn natürlich schlug Murphy's Gesetz zu und ich streifte mit dem Ärmel an einem Auto entlang. (Zum Glück erst ganz am Ende des Abends.) Der Ärmel war jetzt ziemlich schmutzig und der Mantel gehörte in die Reinigung.

So viel zur Vorgeschichte. Jetzt kommt der aktuelle Teil.

Ich ging zum ersten Reinigungsservice. Die haben mir den Mantel postwendend zurückgegeben und gesagt sie würden ihn nicht waschen.
Die nächste Reinigung hat versprochen ihn zu waschen. Ich habe meine Handynummer dagelassen. Nach fast 2 Wochen (!) kam dann der Anruf dass sie es sich überlegt hätten. Sie würden den Mantel doch nicht reinigen.
Und ich bin zur nächsten und zur übernächsten und zur überübernächsten Reinigung gerannt. Jedes Mal das gleiche Spiel. Entweder wurde gleich nein gesagt. Oder sie haben den Mantel genommen und ihn mir eine oder mehrere Wochen später ungereinigt zurückgegeben.

Grund sind die großen Blumen auf dem Mantel die teilweise aufgedruckt sind und teilweise eingenäht. Und noch dazu ist der Mantel aus Samt und Brokat (ja echt!) und er hat ein tolles hochwertig mit Seide gearbeitetes Innenfutter. Ja, so etwas gibt es noch. Ganz große Kunst. Und das ganze zu einem ganz großen Preis erworben. Ich bin in dem Monat in dem ich mir das Teil gekauft habe fast verhungert.

Und deswegen weigere ich mich natürlich diesen Wisch zu unterschreiben den mir jede Reinigung vorsetzt auf dem sinngemäß steht dass es absolut in Ordnung ist das Teil zu versauen und ich keine Ansprüche stellen würde falls es so kommt. Aber natürlich wäre das ein Problem. Denn das Teil war echt sauuuuuuuuteuer. Und es wäre gaaaar nicht in Ordnung wenn er versaut würde.

Und nun liegt der seit dem 17. Januar da rum und schimmelt vor sich hin und keiner mag ihn mehr tragen, anfassen, reinigen.
Und heute habe ich mich entschlossen, ein letztes Foto von dem Mantel zu machen. Ein letztes Foto des Mantels im alten (guten) Zustand. Und morgen oder eben demnächst werde ich den Ärmel einseifen und das Teil bei 30°C waschen. Ja, das werde ich tun. Und dann werde ich bitterlich weinen.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.



Edit: Die Jacke hat es mit minimalen optischen Makeln überlebt.Aber das darf mir nicht noch öfters passieren.



"Der Fall Demjanjuk - der letzte große NS-Prozess" von Heinrich Wefing

4 Kommentare 4.10.11 22:34, kommentieren

Maden II

Neulich, letzte Woche, stand ich so in meiner Küche und schmierte mir eine Bemme. Und da schaute ich so nach oben an die Decke. Und da sah ich eine Made an der Decke. Ich habe noch gehofft das sie tot ist, maß ihr aber keine besondere Bedeutung bei. Da ich mich ekle vor solcherlei Getier habe ich sie auch nicht getötet. Außerdem ist unsere Küchendecke sehr hoch und ich nur 1,67m groß. Also zog ich meiner Wege und genoß die Schnitte.

Wieder ein paar Tage später stand ich in der Küche und machte mir eine Pizza, und schaute so nach oben. Und war beruhigt. Denn da war immer noch eine Made. (Keine Ahnung warum ich beim Kochen und Backen immer genau an diese Stelle der Decke starre, rechts von der Dunstabzugshaube.)
Da der Kiwi der ja fast 2 Meter misst wieder nicht im Hause war, konnte sie wieder nicht beseitigt werden. Ich bin da halt ein Mädchen.

Vorgestern stand ich mit dem Kiwi zusammen in der Küche und machte mir eine Bemme. Und da sah ich wieder die Made und forderte ihn auf sie doch bitte weg zu machen, jetzt wo ich dran denke. Und der Kiwi tat es total irrationales, worauf ich nie gekommen wär. Er schaute sich auch den Rest der Decke an.
Und da waren noch 9 weitere Maden (Mottenlarven) die an unserer Küchendecke krochen. Ich bin nie auf den Gedanken gekommen dass da noch mehr sein könnten. Ich bin halt echt ein Muß.

Also machte er sie ab und ich suchte nach der Quelle. Als erstes fiel mir das Mehl ein. Das war allerdings sauber. Beim Rausnehmen des Mehles aber fiel mir eine Packung ganzer Mandeln aus dem Backschrank entgegen. Zum Glück denn beim näheren Betrachten stellte ich fest dass da ohne Ende Maden drin waren. Ich habe sofort begonnen alles zu entsorgen was bereits geöffnet war. Inzwischen weiß ich dass Maden gerne an Nüsse gehen. Und als auch die letzte offene Packung Backpulver (voller Maden) und Natron und Mehl und Co. entsorgt war, reinigten wir den Schrank und legten uns beruhigt schlafen.

Am nächsten Tag, also gestern, hat mich der Kiwi geweckt und sagte mir ich solle mal in die Küche gehen, aber bitte nicht barfuß. Da waren plötzlich 15 Maden an der Decke, und weitere auf dem Fußboden und den Wänden, auf dem Weg zur Decke.
Keine Ahnung wo die herkamen. Denn auch den Müll hatten wir schon ausgeschlossen, wobei wir sowieso jeden Sach gut verschließen und sie gefüllt sofort in die Tonne schmeißen. Da konnte also nix leben. Hat auch nicht.

Des Rätsels Lösung fiel mir wieder eher zufällig in die Hände. Denn da ich das Problem noch niiiiie hatte, war mir auch nicht bewusst dass sich Maden auch durch noch verschlossene Packungen bohren. Irgendwo in den noch verschlossenen gemahlenen Mandeln sah ich ein winzig kleines Loche. Gerade groß genug für eine Made. Und genau da sind die durchgeschlüpft. Also musste ich auch das verschlossene Backin (in jeder Packung ein Loch) und das verschlossene Natron (in jeder Packung ein Loch) und die verschlossene Nüsse, Citronat, Schokostreusel und Co. (in jeder Packung ein einziges kleines Loch) wegwerfen. Und die Saubermacharbeit begann von vorn. Jetzt habe ich kein Backmaterial mehr aber eine saubere Küche. Lediglich eine kleine Made habe ich heute noch gefunden. Und jetzt ratet mal wo.

Das habe ich echt noch nicht erlebt. Ich nehme mal an, da ich in einer sauberen Küche koche, dass ich die Maden einmal unversehens mitgekauft habe. Sehr ärgerlich ist die Sache trotzdem. Selbst in das Vanillearoma und den Back-Rum haben sie es geschafft. Also zumindest durch die harte Pappe, durch das Glas haben sie es dann doch nicht geschafft.
Aber jetzt weiß ich sicher dass ich mir alle Backutensilien noch einmal genauestens anschaue bevor ich sie in den Einkaufswagen lege.

Das ist vielleicht eklig.


"Josef Mengele - der Arzt von Auschwitz" von Ulrich Völklein

5 Kommentare 11.10.11 13:01, kommentieren

Die Geschichte aller Geschichten

Die ganzen dramatischen Geschichten,
liegen in meinem Kopf herum,
verstreut und einenader verdeckend.
Und sie kommen nur selten zum Vorschein.

Eigentlich nur wenn sie in meinem Kopf
und bei mir bleiben.
Und obwohl ich es
so sehr möchte,
können sie nicht herauskommen
und die Menschen verzaubern
obwohl sie das gewiss täten.

5 Kommentare 18.10.11 00:59, kommentieren

Ein Naturtalent

Vorgestern war ich wieder beim Gitarrenunterricht. Es war die 3. Stunde und mein Lehrer sagt ich sei begabt.

Es macht immer noch so einen Spaß. Ich habe "Love is all around" gelernt und "Lady in Black" und "Seven Nation Army" und diverse Strumming-Arten und letztes Mal haben wir mit "What's up" von den Four Non Blondes" begonnen.
Sorry das dieser Eintrag so langweilig ist aber ich komme mir so cool vor, dass ich ein Naturtalent bin laut meinem Lehrer, dass ich damit angeben musste. Und dabei finde ich kaum Zeit zum Üben. Ich schaffe es höchstens auf 30 Minuten pro Woche bis jetzt.
Aber es macht mir trotzdem riesigen Spaß.

Das kann ruhig so weiter gehen. Leider habe ich im Buch schon etwas vorgeblättert und festgestellt dass es auch schwieriger geht.


P.S. Ich habe heute noch eine Made an der Decke gefunden. genau wie der Kiwi vorgestern noch 2 gefunden hat. Wir haben die Quelle, wie es scheint, also doch noch nicht gefunden.

4 Kommentare 20.10.11 17:16, kommentieren

Zeitverschiebung

Da ich letzte Nacht Nachtdienst hatte und dabei auch noch eine Stunde länger arbeiten musste bin ich echt knülle. Aber ich muss doch zumindest einmal selbstlobend erwähnen dass ich gestern die 100.000er-Schallmauer durchbrochen habe.

Über 100.000 Besucher haben jetzt schon den Weg auf diese Seite gefunden.

Ich klopfe mir selber auf die Schulter und schlafe weiter damit ich den nächsten Nachtdienst überlebe.

P.S. Wie dokumentiert man eigentlich das Geschehene in so einer Nacht? Patient gab 3.00 Übelkeit an. 2.20 Besserung durch Bedarfsmedikation. Macht das Sinn?

2 Kommentare 30.10.11 16:52, kommentieren