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Prolog

Ich nehme an, die Dauerleser in diesem Blog haben sich schon einiges zusammengereimt, was das vergangene Jahr angeht.
Aber ich werde trotzdem von vorne anfangen und die ganze Geschichte mit allen Details hier niederschreiben. Es ist einfach zu unglaublich. Vor allem für mich. Da es sehr umfangreich ist, werde ich die Geschichte in mehreren Teilen erzählen müssen. Und da es sich um eine nicht abgeschlossene Geschichte handelt (jedenfalls noch nicht) wird auch noch einiges dazukommen, nachdem ich sie bis zum heutigen Tage erzählt habe.

2 Kommentare 3.5.14 19:59, kommentieren

Teil 1

Ich beginne.
Drehen wir die Uhr noch einmal zurück. Auf Anfang 2012. Wie die Perma-Leser dieses Blogges wissen wollte ich eine große Reise machen.
Ich habe meinen Mietvertrag gekündigt, meine Stelle im öffentlichen Dienst gekündigt und auch sonst alles aufgegeben. Ich habe mir in den Jahren zuvor vieles angespart. Und ich wollte es einfach wagen. Ich musste es wagen.
Mein damaliger Freund Robert, Rechtsanwalt von Beruf, wollte sogar mitkommen. Ich hatte richtiges Glück dachte ich.
Ich habe meine Krankenversicherung gekündigt, und auf eine Anwartschaft reduziert. Ich habe an alles gedacht.
Am 1. Juli, kurz vor meinem 26. Geburtstag, sollte es losgehen. Doch dazu kam es nicht.

Im April/Mai bekam ich einen Anruf von der Baden-Württembergischen Bank. Darüber habe ich hier damals sogar noch geschrieben. Kurzform: Ich soll doch bitte besser aufpassen wie ich mit meiner Kreditkarte umgehe, weil ich schon tief im Minus stecke. Und das obwohl ich die Kreditkarte nie benutze.
Ich war zu dieser Zeit in einem Kurzurlaub am Tegernsee mit Robert.
Mir kam das alles komisch vor. Ich habe mir schon gedacht, dass es doch unüblich ist das ein Taschendieb nicht das ganze Portemonnaie klaut, sondern eine ganz bestimmte Karte. Deswegen hatte ich sogar Robert im Verdacht, das getan zu haben.
Der Verdacht hat sich aber schon sehr bald verflücjtigt. Denn die Frau am Telefon sagte mir, dass die Karte das letzte Mal am Vortag in der Nähe von Stuttgart verwendet worden sei. Damit war Robert aus dem Schneider. Wir waren ja schon seit 3 Tagen am Tegernsee.

Der Urlaub war natürlich trotzdem für mich gelaufen und wir sind zurückgefahren. Zurück in Stuggi hat sich Robert sofort um alles gekümmert. Er hat Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, die BW-Bank angeschrieben usw. Ich habe ihm eine Prozessvollmacht unterschrieben und die Sache ging seinen Gang.

Ich war beruhigt. Aber nicht so beruhigt, dass ich mich nicht weiter wundern würde.
Auf meiner alten Arbeitsstelle waren die Schließfächer auf Station für Handtasche und Co. halt sehr alt, und die Schlüssel sind über die Jahre verlorengegangen. So mussten ich und meine Kollegen unsere persönlichen Sachen so lagern, dass ein Patient jederzeit rankommen könnte, wenn grad keiner im Dienstzimmer ist.
Und natürlich kommen auch meine Kollegen ran.
Ich hatte den Verdacht, dass das Verbrechen so passiert ist.
Aber es sollte ja noch mehr kommen.

8.5.14 14:17, kommentieren

Teil 2

Auch die Post kam inzwischen nur noch unregelmäßig und unvollständig. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht auch noch an diesen Blogbeitrag.
Die Post kam zwar gelegentlich, aber eben nicht alles.
EC-Karten gingen in der Post verloren, genauso wie Unterlagen von meiner Versicherungsgesellschaft.
Auch mein Ex-Freund hat Post vermisst. Sehr viel sogar. Briefe von Mandanten kamen nicht an. Manche mussten ihre Briefe zwei oder drei Mal losschicken. Aber irgendwann ist jede Geduld zu Ende und er hat Mandanten verloren.

Gleichzeitig hat mich gewurmt, dass ich die Miete nicht selbst bezahlen konnte. Dadurch, dass mein Konto so weit im Minus war (über 5300€) hätte ich einige Monatsgehälter gebraucht, um überhaupt wieder irgendwas zu bezahlen. Das hat dafür mein Ex-Freund erledigt. Wir wollten ja sowieso bald darauf ausziehen.

Überhaupt war er da ein echter Schatz. Er hat ganz fest zu mir gestanden, auch wenn es eine schwere Zeit war.
Als der 1. Juli anrückte und ich keinen Job und offiziell keine Wohnung mehr hatte, aber auch nicht ausziehen konnte, hat er mir geholfen, indem er mich pro forma in seiner Anwaltskanzlei arbeiten ließ.
Ich war als Krankenschwester bei ihm angestellt. Natürlich braucht ein junger Anwalt keine Krankenschwester, aber das war ja nur, bis die Sache mit meinem Erspraten geklärt war. Schließlich brauchte ich ja eine Krankenversicherung und Co.
Und kurze Zeit später ist mein Ex tatsächlich so krank geworden, dass er eine Krankenschwester gebrauchen konnte.

Meine Vermieterin war inzwischen auch reichlich sauer. Ich wollte ja eigentlich schon längst aus der Wohnung raus sein. Ich wollte schon Mitte Mai richtig weg sein mit meinen Sachen, so dass sie in Ruhe mit Nachmietern die Wohnung besichtigen kann. Ich mag es nämlich nicht wenn ein Haufen Fremde durch mein Zeug streift.
Wir haben auch ein oder zweimal miteinander telefoniert bis sie richtig richtig aufdringlich wurde. Sie hat es auf dem Handy, dem FEstnetz probiert, sie hat es mit unterdrückter Nummer und der Nummer ihres Mannes versucht, sie hat Nachbarn zu mir geschickt, die mir ausrichten sollten, dass ich anrufen soll. Es wurde richtig extrem.
Sie hat so Ärger gemacht, dass mir mein Anwalt dann geraten hat nicht mehr ranzugehen. Sie soll den Kontakt zu mir über ihn suchen. Daran hat sie sich aber keineswegs gehalten.
Bis eines Tages die Versuche der Kontaktaufnahme abrupt aufhörten.

Natürlich wusste ich inzwischen, nach der Sache mit der Post, das es da jemand auf mich abgesehen hat. Denn so viele Zufälle treffen einen ja nun nicht.

9.5.14 14:06, kommentieren

Puzzle

Und siehe da - wie gut das wieder geht mit dem bloggen. Jetzt wo ich weiß, dass dieser $§%&€§$ nicht mitliest und ich weiß, dass er nicht weiß was ich so mache. Selbst bei so kleinen Dingen wie diesen hier:

Ich habe wieder ein Puzzle fertiggestellt. Diesmal ist es etwas größer. Es hat 3000 Teile und meine Mutter hat fast die Krise gekriegt weil ich aufgrund der Größe ihren Küchentisch monatelang belagert habe.

Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache das der Rahmen für so ein großes Puzzle teuer ist. Es hat halt nicht gerade Standardmaße.

9.5.14 20:24, kommentieren

Teil 3

Wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.

Ich war inzwischen mehr oder weniger aufgelöst. Ich hatte sogar meine erste und einzige Panikattacke. Denn alles fühlte sich so unsicher an. Ich weiß nicht ob ihr mich verstehen könnt. Aber mit den Schulden und der Post die nicht richtig ankam, habe ich mich sehr unwohl gefühlt.

Robert war inzwischen Rechtsanwalt. Kennengelernt habe ich ihn als Diplom-Juristen. Inzwischen war seine Urkunde eingegangen, dass er sich jetzt Rechtsanwalt schimpfen darf. Zusammen mit seiner Nummer im Rechtsanwaltsregister. Wenigstens das kam mit der Post an.

Robert hat sich um vieles gekümmert. Wegen der Post hat er Beschwerde bei der Post eingereich. Nachdem meine Beschwerde ungehört verhallt ist. Erst hat er sich als Privatperson beschwert, dann als Rechtsanwalt.
Und siehe da: es kam eine Antwort. Die Post kümmert sich darum. Sie verfolgen die Wege der Sendungen zurück, und schauen wo der Fehler liegt.
Ansonsten wollte Robert sich bei der Bundesnetzagentur beschweren.
Nachdem dann aber längere Zeit nichts weiter passiert ist, hat er sich eben dort beschwert.

Ich war inzwischen auch kommunikationstechnisch von der Außenwelt abgeschnitten. Mein Handy war kaputt. In dem Sinne, dass immer wenn ich es laut gestellt habe, es sich 5 Minuten später wieder leise gestellt hat. Egal was ich tat oder einstellte, es wollte nicht mehr hinhauen. So habe ich eingehende Anrufe nie gehört. Selbst konnte ich aber auch nicht anrufen, weil ich im Zuge der Weltreisevorbereitung mein Vertragshandy zu einem Prepaid-Handy gemacht habe und das Guthaben einfach aufgebraucht war. Ich hatte aber auch nicht das Geld mir neues Guthaben draufzuladen.
Mein Festnetztelefon ging aber irgendwann auch nicht mehr. Das Display leuchtete zar, aber es hat auf keinen Tastendruck entsprechend reagiert.
Und das nachdem der Telekom-Techniker da war, um den Anschluss zu reparieren. Ich war inzwischen so paranoid, dass ich schon glaubte der Techniker war gar kein richtiger Techniker.

So vergingen Monate. Am 1. Juli wollte ich zu meiner Reise aufbrechen. Inzwischen hatten wir November. Robert hatte inzwischen Krankheiten, die es ihm verbaten umzuziehen. Ich kann leider nicht mehr ins Detail gehen, weil ich an die Schweigepflicht gebunden bin. So verbrachten wir die meisten Tage zusammen in diesen 4 Wänden. Manchmal haben wir auch kleine Ausflüge gemacht, damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt. Doch Robert war halt nicht so belastbar.
Wir haben uns ja immer wieder Autos gemietet. Meistens die schöne Mercedes-Limousine, weil Robert darauf bestand luxuriös herumzugondeln.
Bis sich dann Anfang November endlich etwas tat....

10.5.14 10:57, kommentieren