OP am Gehirn

Das ist ja ehrlich schockierend. (Nein, das ist keine Ironie!)
Früher wurden bei psychisch kranken Patienten Lobotomien durchgeführt.
Diese Eingriffe sahen so aus, dass der Kopf aufgebohrt wurde und mit einem Skalpell oder anderen extra angefertigten Instrumenten im Schädel hantiert wurde. In der Nähe der Augen, also am Frontalschädel wurden Hirnregion verletzt - ganz gezielt. Nervenfasern wurden zerschnitten indem die Werkzeuge im Kopf geschwenkt wurden (immerhin in "bestimmten Winkeln")

Allerdings hatte dieser schreckliche Eingriff auch Nebenwirkungen. Neben der "Heilung" der Psychose (o.Ä.) traten auch Antriebsstörungen auf und Störungen der Emotionalität. Auf deutsch heißt das derjenige hatte zu nichts mehr Bock und konnte auch keine Gefühle mehr fühlen und artikulieren. Die Schäden sind natürlich irreversibel.

Wenn man bedenkt dass dies auch bei Depressionen durchgeführt wurde. Jeder Mensch der z. B. einen nahestehenden Verwandten verloren hat leidet an so etwas.
Und so etwas fand nicht in grauer Urzeit im dunklen Kämmerchen statt wie illegale Abtreibungen zu Zeiten wo diese noch verboten waren. 1936 wurde die erste OP dieser Art an einem Menschen durchgeführt. Und 1949 hat Antonio Egas Moniz sogar den Nobelpreis für Medizin dafür bekommen.

Ich bin natürlich nicht doof. Es ist mir nicht unbekannt dass schon immer, vor allem wegen geistiger Krankheit, am Gehirn herumgepfuscht wurde. Allerdings war mir nicht bekannt dass dies eine anerkannte wissenschaftliche Methodik war. Ich glaubte tatsächlich es würde sich so verhalten wie die oben erwähnte Abtreibungssache.
Aber dem ist nicht so. Walter Freeman ein "Vorreiter" auf diesem Gebiet führt unzählige OP's durch, die vor Publikum stattfanden. Fast schon im Akkord "verarbeitete" er 12 Patienten am Tag.

Er war so eifrig dass er selbst hyperaktive Kinder operierte obwohl dies, wie wir nicht erst seit heute wissen, absolut unötig ist. Walter Freeman bei einer Lobotomie Er war fast so etwas wie ein verrückter Professor. Folgendes Indiz dazu:
Die Narkose wurde weiterentwickelt und erlaubte es den Kopf nur lokal zu anästhetisieren während der Patient bei vollem Bewusstsein war. Freeman nutze dies um die Patienten während der OP zu befragen. Er glaubte erst dann genug weggeschnitten zu haben wenn der Patient seine kognitiven Fähigkeiten ganz oder zum Teil eingebüßt hatte.
Er stellte ihnen einfache arithmetische Aufgaben. (1+3=4 zum Beipspiel) Wenn sie diese nicht lösen konnten, hörte er erst auf. Er machte so, viele Menschen zu geistigen und emotionalen Krüppeln. In Zahlen ausgedrückt: Freeman operierte während seiner Laufbahn 3600 Menschen, und weltweit wird die Zahl auf 1 Million Menschen dotiert. Dazu brauchte man eine Zeit lang nicht einmal eine Ausbildung zum Neurochirurgen.

Einer flog über das Kuckucksnest
Vielleicht kennt jemand den Film "Einer flog über das Kuckucksnest" denn darin geht es genau darum. Die Folgen sind sicherlich dramatisiert worden, aber im Großen und Ganzen ist das was Jack Nicholson am Ende widerfährt genau diese OP mit ihren Folgen.




Lobotomie bei Wiki

Ein Betroffener erzählt seine Geschichte (englisch)

5.11.07 20:10

Letzte Einträge: Interview mit einer unehrenhaften Frau, Horrorstories 1, Die Anfänge, And now for something completely different, Weiter geht's!, Endlich zum Schluss kommen

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


freefeeling7 / Website (20.1.08 00:17)
ja, schon krass, hab das mal in nem film nachgestellt gesehen -hat man oft bei frauen gemacht, die scheinbar (laut deren auffassung) nicht normal waren...

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