Am Rande des Wadis

In einer Wüste kann man leicht verdursten



Stimmt nicht. Wieder mal ein populärer Irrtum der den Eingangscode in die westliche Zivilisation geknackt hat.

Tatsächlich sind bis jetzt viel mehr Menschen in der Sahara ertrunken als verdurstet. Wenn, ich betone WENN, einmal ein Regen in der Sahara niedergeht dann ist der so heftig dass man - sollte man sich in einem Tal aufhalten - schnellstmöglich fliehen sollte.
An einem Wochenende 1995 sind schon mal 300 Urlauber ertrunken. Und solche wolkenbruchartigen Regen gehen auch lokal sehr begrenzt hernieder. Jemand der 10km entfernt steht bekommt rein gar nichts davon mit

Ich zititere an dieser Stelle ein Geographiebuch, dessen Darstellung ich ehrlich gesagt aber für etwas übertrieben halte:

Es kann vorkommen dass man am Rande eines seit Jahren ausgetrocknetetn Wadis steht und plötzlich ein Brausen vernimmt, das rasch zu einem gurgelnden Donner. [...] Plötzlich erblickt man eine 2m hohe Wasserwand, die aus einer Biegung des Wadis herausschießt. Schon steht man am Rande eines entfesselten Wildflusses, der alles mit sich reißt."

Quelle: H.-G. Kranke/ L. Rother (Hrsg.): Terra - Erdkunde 7, Stuttgart 1985, Geo-Spezial: Sahara, 1992; J. Wetzel (Hrsg.): Seydlitz - Geographie 3, Hannover 1995; "Hunderte Urlauber ertranken in der marokkanischen Wüste", Badische Neueste Nachrichten, 21.8. 1995.

12.5.09 13:54

Letzte Einträge: Interview mit einer unehrenhaften Frau, Horrorstories 1, Die Anfänge, And now for something completely different, Weiter geht's!, Endlich zum Schluss kommen

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


crissi (12.5.09 20:09)
komisches ding... aber wenn man so nachdenkt, soweit ich mich erinnere .. gab es mal einen plötzlichen sommerregen vor ca. 10 jahren.. da waren die abwasserkanäle unter der straße so überlastet, dass das wasser von unten her die gullideckel weg(ab)gehoben hat... war schon ein toller anblick.. gerade raus dem schwimmbad (freyburg) auf dem weg nach haus.. dann wolkenbruch und schon kamen einen die gullis entgegen...


Michi (12.5.09 23:14)
also ich habe das auch in geo so gelernt, aber ehrlich gesagt denke ich auch, dass das eine etwas blöd interpretierte statstik ist. wenn es dort mal regnet, dann ist es vergleichsweise doll und es gibt aufgrund des überraschungseffektes relativ viele tote ofpfer. folglich müssten auch sehr viele verdurstungs-fälle gezählt werden, um das auszugleichen. wenn man aber verdurstet, passiert das erstens nicht so vielen gleichzeitig, zweitens bekommt es wohl eher keiner mit und drittens würde ich gar nicht erst in die wüste gehen, wenn ich nicht wüsste, dass ich wassermäßig versorgt bin. und die, die dort leben, kommen so gut damit klar, dass sie nicht ständig verdursten. also ich würde diese aussage jedenfalls nicht überbewerten... schließlich ist die kuh trotzdem ertrunken, obwohl der bach im durchschnitt nur 30 cm tief war...

lg

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)

Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)


 Smileys einfügen