Meine Lieblingsmacke

Heute habe ich mir vorgenommen über ein Thema zu schreiben über dass ich schon lange schreiben wollte. Es lautet:
Meine Lieblingsmacke

Es ist nicht dass ich immer mit meinen Beinen im Takt wippe und selst nach Aufforderung nur schwer aufhören kann.
Nein, meine Lieblinsmacke ist meine Büchersucht.

Eigentlich hätte ich schon mit Buch unterm Arm geboren werden müssen. Aber das geschah nicht weil ich die Büchermacke nicht geerbt habe. Im Gegenteil, in meiner Familie wird wirklich außerordentlich wenig gelesen. Die meisten in meiner Familie besitzen fast gar keine Bücher.
Meine Mutter hat da noch die meisten Bücher. Sie hat in 42 Lebensjahren ca. 40 Bücher angesammelt. Also nicht grad die Wucht.

Ich hingegen liebe Bücher. Seit ich lesen kann, tue ich das auch. Es fing schon in der 1. Klasse an. Ich habe mich so gelangweilt als die anderen ihre mageren Lesekostproben von sich gaben. Ich habe in meiner Kinderfibel immer vorgeblättert und mir schon einmal die ganzen anderen Texte zu Gemüte geführt.
So hat sich das dann auch in den höheren Klassenstufen fortgesetzt. Meine Lehrer dachten manchmal ich hätte größere Leseschwierigkeiten als die anderen weil ich, wenn ich an der Reihe war, nicht weiterlesen konnte. Ich wusste ja nicht einmal auf welcher Seite wir waren.
Das lag natürlich auch daran dass es in meiner damlaigen Klasse genau 4 Schüler gab die fließend lesen konnten. Die restlichen 20 waren derart schwach und langsam dass mich die Langweile getötet hätte wenn ich mich nicht beschäftigt hätte.

Irgendwann kam die Zeit als wir in die Kinderbibliothek gingen. Die ganze Klasse lief im Gänsemarsch durch die Stadt. (Da habe ich auch das erste Mal eine Frau ohne Augapfel gesehen.)
Ich war so verzaubert von den ganzen Büchern. Allein sie da stehen zu sehen. Die ganzen Regale, der Geruch es war toll. Am meisten interessierte mich in der Grundschule das Guiness-Buch der Rekorde.

Als ich die Grundschule verließ und in die Förderstufe kam, die es damals noch gab hörten die Bibliotheksbesuche auf. Unsere neue Lehrerin wäre im Traum nicht darauf gekommen uns in eine Bibliothek zu schleifen, wo doch 20 Schüler unserer Klasse kaum lesen konnten. So wenig wie dort habe ich nie wieder gelesen. Ich hatte lediglich mein Deutsch-Lesebuch dass ich immer im Unterricht heimlich durchgelesen habe. Privat habe ich eher wenig Bücher geschenkt bekommen.

Mein erstes Buch war "Ein Zwilling kommt selten allein". Danach kam erst einmal eine Weile nichts mehr. Und mit 12 kamen dann die ersten Jugendbücher.
Angefangen zu sammeln habe ich eigentlich erst seit es in der örtlichen Bibliothek einen Bücherflohmarkt gibt. Jedes ausrangierte Buch für nur 50 Cent. Ich bekam auch immer mehr geschenkt und seit ich eigenes Geld verdiene gibt es für mich kein Halten mehr.

Ich hasse es Bücher zu verleihen. Ich kriege nämlich die Dinge die ich verleihe nie zurück. Es gibt nur ganz wenige Personen die ich da als vertrauenswürdig erachte. Selbst meiner Schwester traue ich da keinen Meter über den Weg. Ich lieh ihr einmal "Nathan der Weise" und sieh hat das Buch nicht nur total zerknickt. Sie hat auch ganze Romane hineingeschrieben. Sie musste mir das Buch neu kaufen und hat fortan kein Buch mehr von mir in die Hände gekriegt.
Wir haben einige Bücher sogar doppelt weil ich ihr mein Exemplar nicht ausgeliehen habe. Seine Kinder leiht man ja schließlich auch nicht aus.
Seine Kinder schmeißt man auch nicht weg. So lautet jedes Mal mein Argument wenn mein Vater möchte dass ich meine gelesenen Bücher wegschmeiße um Platz zu schaffen. Obwohl ich zugeben muss dass der Platz inzwischen wirklich etwas knapp wird.

Meine Bücher füllen inzwischen 4 Regale. Es sind nur 4 Regale weil nicht mehr in mein Zimmer passen. Der Rest der Bücher türmt sich auf den Schränken bis zur Decke. Da dort aber auch kein Platz mehr ist türmen sie sich jetzt auch auf dem Fußboden. Ein paar Stapel nur, die etwa bis zu den Knien reichen.

Ich liebe es an Büchern zu riechen. Das ist kein bisschen verrückt. Ich kenne total viele die das tun. Und die meisten Bücher riechen eh gleich - nämlich nach Druckerpresse. Manche vom Bücherflohmarkt riechen noch nach denen die sie sich zuletzt ausgeliehen haben. Die riechen meist nach Zigarette. Das stört mich aber nicht, da ich ja selber rauche.
Mein aktuelles Buch "Morgen bin ich ein Löwe" von Arnhild Lauveng das riecht nach Kinderschänder.

Ich schände meine Bücher. Bücher sind bei mir Gebrauchsgegenstände und so sehen sie nach dem Lesen auch meist aus. Ich gebe mir wirklich Mühe keine Eselsohren rein zu machen. Und ich versuche im Allgemeinen auch nichts auf die Seiten zu schmieren. Aber ich trage mein aktuelles Buch immer in einer Tasche mit mir. Und dort müssen sich die Bücher eben auch gegen Handy, Regenschirm und Co. behaupten. Außerdem, und dafür schäme ich mich kein bisschen da ich auch hier weiß dass das total viele machen, habe ich mir auch schon die Fingernägel an den Buchseiten sauber gemacht. Ja, richtig gelesen. Und ich habe auch keine Skrupel beim Lesen zu essen und zu trinken. Ich fasse Bücher mit frisch eingecremten Händen an. Und ich breche ihnen auch den Rücken wenn es Taschenbücher sind.

Ich empfinde das so, dass ich den Büchern etwas von mir aufdrücke. Ich präge sie. Das ist wie wenn man Hausschauhe neu kauft und sie sich langsam deinen Füßen anpassen. Und wenn jemand anderes hineinschlüpfen würde, würde der die Schuhe als unbequem empfinden, weil sie eben nicht durch ihn geprägt sind.
Für mich ist Lesen ein richtiger Kampf. Ich ringe den Seiten den Inhalt ab und es macht Spaß das zu tun.

Ich zähle die Seiten bis zum Schluß. Obwohl ich nicht unbedingt will dass das Buch zu Ende geht lege ich immer mein Lesezeichen ein und schauen von oben wie viel ich bereits gelesen habe.
Selbst bei den besten Büchern habe ich die Angewohnheit die bereits gelesenen und die übriggebliebenen Seiten zu zählen. Ich kann allerdings auch nicht erklären warum ich das tue. Außerdem zähle ich wieviele Tage ich noch an dem Buch lese wenn ich morgen so viel davon lese wie heute.

Ich benutze Lesezeichen nie ein weiteres Mal Ausgenommen sind die Zeichen die viel gekostet haben.
Ich benutze alte Briefe als Lesezeichen und ganz oft auch diese Autoschieber-Werbung. Diese kleinen, nervigen, eingeschweißten Zettel die man manchmal unter den Scheibenwischern oder dem Türhebel hat. Und wenn sie einmal in dem Buch sind dann bleiben sie dort auch nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe. Ich begrabe sie sozusagen in dem Buch.

Das einzige was ich den Leuten noch bebringen muss, auf meine Amazon-Wunschliste zu gucken wenn ich Geburtstag habe. Leider gibt es immer noch viele die mich fragen was ich mir wünsche und mir dann nicht EIN Buch schenken sondern irgendEIN Buch. Aber ich bin an der Sache dran.

Und zu guter Letzt möchte ich noch mein Literaturforum lobend erwähnen. Ich bin ja mein Literatina.de angemeldet. Wenn ich ein Buch ausgelesen habe schreibe ich fast augenblicklich eine Reznsion für das Portal. Leider ist das Forum noch nicht so groß wie ich es mir wünschen würde. Aber das ändert sich vielleicht noch. Es ist auch total nervig dass es so viele Ghost-Accounts gibt, die sich angemeldet haben und nie ein Wort geschrieben haben. Von 1539 Mitgliedern haben 822 nicht einen einzigen Artikel geschrieben. Und dabei ignoriere ich die Hundertschaften die sich vor Jahren registriert haben 3 Einträge geschrieben haben und sich dann auf Nimmerwiedersehen verabschiedet haben. Ich finde das wirklich schade.
Aber hey, ihr könnt ja helfen dass Literatina etwas mehr aktiven Zuwachs bekommt.
Denn eigentlich hat das Forum wirklich Potential. Die großen Foren brauchen mich nämlich nicht.

21.8.09 13:51

Letzte Einträge: Interview mit einer unehrenhaften Frau, Horrorstories 1, Die Anfänge, And now for something completely different, Weiter geht's!, Endlich zum Schluss kommen

bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(21.8.09 14:26)
schön geschrieben.ich teile deine leidenschaft zu büchern


Michi (22.8.09 10:48)
hey lukrezia,

jaja, die büchermacke... stimmt, ich kenne niemanden, auf den das besser zutrifft, als auf dich

ich benutze ein lesezeichen auch immer nur für ein buch. irgendwie gehört der dann total zu dem buch und würde sich in einem anderen sicher völlig fremd fühlen. manchmal schreibe ich auch seitenzahlen oder so drauf, sodass der zettel schon deshalb unbedingt in dem buch bleiben muss

aber zwei sachen hab ich nicht so richtig in deinem beitrag verstanden:
"Da habe ich auch das erste Mal eine Frau ohne Augapfel gesehen." und "Mein aktuelles Buch "Morgen bin ich ein Löwe" von Arnhild Lauveng das riecht nach Kinderschänder".
das klingt beides irgendwie gruselig... was hat es denn damt auf sich???

lg


lukrezia (22.8.09 11:04)
Naja das bedeutet genau das was da steht. das ist keine metapher oder so. die frau hatte echt kein en augapfel....sah auch voll gruselig aus für so ne kleine 3-klässlerin. und das buch riecht tatsächlich nach kinderschänder. also es riecht so wie ich mir kinderschändergeruch vorstelle.

lg


Michi (23.8.09 11:52)
soso, da macht man schon was mit mit seinen büchern ;-)
ich kann mich auch erinnern, dass wir in der grundschule mal zusammen in die kinderbibo gegangen sind, aber das war nicht irgendwie regelmäßig oder so. das war nur so zum reinschnuppern, aber nicht ernsthaft... naja, du warst ja auch in einer anderen schule ;-)

lg


ff / Website (27.8.09 23:26)
oh ich lieeebe es an büchern zu riechen, allerdings nur wenn sie scho nein wenig älter sind
jedes hat seinen eigenen geruch

wegschmeißen???
wenn man zu viele hat, kann man ja mal schauen welchen nicht gefallen haben oder so... aber man kann doch keine bücher wegschmeißen, das ist ja fast wie verbrennen und wie heißt es so richtig: "wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen."
also lieber nicht wegschmeißen, wenn dann in die bibliothek geben, die freuen sich und man kann damit noch ein paar andere menschen glücklich machen...

woher weißt du wie kinderschänder riecht?
wie auch immer
wegen sowas rieche ich nicht an neuen büchern...
am schönsten sind die alten, die riechen nach altem papier, sicher nach fingern und sonstigen zutaten die über die jahre dazukamen...


(28.8.09 22:17)
Hallo Kleines,
als ich Deinen Text las, dachte ich gleich an unser Gespräch von neulich. Über Marcus Zusak reden wir bestimmt noch mal.
War neulich wieder auf ein paar Flohmärkten und habe mir ca.15 Bücher gekauft für total wenig Geld.Ist mir doch egal, ob die noch irgendwo reinpassen, ich bau eh an!!!
melde Dich mal, Deine Agnes aus der Nähe.


Michi (30.8.09 00:17)
@ ff: das verstehe ich jetzt nicht so ganz... eigntlch wäre es doch logischer, gerade deswegen nicht an alten, sondern an neuen büchern zu richen... ein altes buch riecht nach dem umfeld, in dem es vorher gelegen hat. also z.b. nach rauch. aber ein neues buch war ja vorher nur in der druckerei und dann im lager oder buchladen, also kann es doch nicht nach kinderschänder riechen, oder?

lg


Maccabros / Website (1.9.09 20:14)
wer Bücher mag, den mag ich auch...

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