Mein Ekel-Samstag

Am letzten Samstag bin ich echt durchgedreht. Wer mal erleben will wie ich wild fuchtelnd und herumspuckend auf der Stelle springe hätte am letzten Wochende Gelegenheit dazu gehabt.

Es fing harmlos an, als ich gerade auf dem Weg zum Bahnhof war. Am Straßenrand hielt ein Auto, während die Vöglein zwitscherten und der Wind die Baumwipfel krümmte.
Und der Mann im Auto fragte mich wo es denn nach $Nachbarort$ geht. Bis dahin sangen die Vögel wie gesagt noch, und der Wind streichelte die Bäume oder so ähnlich.

Ich erklärte ihm also den Weg und er bedankte sich brav und wies mich darauf hin dass mir gerade irgendetwas in den Mundd geflogen wäre.
Natürlich habe ich aus Reflex, und aus Versehen, gleich geschluckt, noch bevor er mir sagte dass ich auf keinen Fall schlucken dürfe (was ich auch eigentlich selber wusste - theoretisch halt).

Also hustete und spuckte ich am Wegesrand so vor mich hin und gab bestimmt ein Bild für die Götter ab. Er forderte mich auf den Mund zu öffnen und tatsächlich - er erblickte am Gaumen hängend irgendein Vieh.
Dann begann er seine Rede, dass sein Bruder HNO-Arzt sei und er das schon öfter erlebt habe. Die Viecher kommen einen in den Mund geflogen und irgendwo merkt man in der Wange oder so einen Stich....aber dann sei es schon zu spät denn....
Ich wollte die Rede nicht zu Ende hören sondern begann natürlich gleich wieder heftig zu Husten und zu würgen. Gleichzeitig war mir natürlich peinlich dass ich nun schon 3 Mal meinen Mund sperrangelweit öffnete damit der Mann dieses Vieh betrachten konnte und ich bemerkte dass der Wind innehielt und der Gesang der Vögel dasselbe tat.

Nochmals öffnete ich also meinen Mund, und mir schoß kurz der Gedanke durch den Kopf dass es sich bei Ihm auch um einen Perversen hätte handeln können, der sich an Gaumenzäpfchen aufgeilt und mir kam das Wort Gaumenzäpfchen plötzlich ziemlich versaut vor. Doch dann sagte er auch schon dass das Vieh jetzt schon viel weiter vorne im Mund wäre und es irgendwie wie eine kleine Zecke aussähe. Da ergriff mich die Panik. So bin ich noch nie auf der Straße rumgesprungen, ich habe rumgerotzt, den Schnodder aus dem kleinen Zeh geholt (verzeiht meine Ausdrucksweise) und aus voller Kehle gehustet. Der Autofahrer bescheinigte mir dann zwar dass das Vieh weg sei, aber beruhigt war ich natürlich doch nicht gerade.

Ihr glaubt gar nicht wie einem plötzlich alles im Mund kribbelt wenn jemand so etwas zu einem sagt. Ich habe mich gar nicht mehr getraut zu schlucken für den Fall dass die Zecke sich nur vor seinen Augen verborgen hiel - hinter dem Gaumenzäpfchen oder so. Die Scheiß Vögel und das Grünzeug interessierte mich nun überhaupt nicht mehr. Und ich sah mich schon bei einem HNO-Arzt (seinem Bruder?) in der Praxis sitzen und meinen Mund öffnen wo eine Daumengroße, ach sagen wir gleich Faustgroße, Zecke an meinem Gaumen hängt und droht den Tropfen Blut aus mir herauszusaugen u´m sich dann in meinen Magen fallen zu lassen und dort zusammen mit meinem Blut in ihr von Magensäure angedaut zu werden. Das sind vielleicht Krankenschwester-Gedankenspiele, aber ich fand es trotzdem echt eklig.

Pfui, und seitdem laufe ich immer mit geschlossenem Mund und wende mein Gesicht möglichst vom Wind ab. Sonst sitzt der faustgroße Pfropfen noch irgendwann in meiner Nase weil er aus Versehen dort hineingeweht wurde.
Paranoiaalarm!

Düdeldü

P.S. Auf der Suche nach dem Perversen oder eben den möglichen Folgen eines Zeckenbisses (auér FSME ist für im KH ja nichts anderes so wichtig) und da finde ich das hier: Ich hab mich erst ausgeschüttet und dann tierisch geekelt.

Ich habe das gleich einmal zu meinen Zusatzseiten hinzugefügt. Es passt so gut zu "Große Geschäfte".

4.11.10 16:29

Letzte Einträge: Interview mit einer unehrenhaften Frau, Horrorstories 1, Die Anfänge, And now for something completely different, Weiter geht's!, Endlich zum Schluss kommen

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros / Website (12.11.10 18:01)
Du hast Deine Reaktionen recht bildlich beschrieben, aber verstehen kann ich es gut - was lernen wir daraus?

Selbst in der freien Natur kann es hilfreich sein, den Mund zu halten...

LG

Macabros

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