Ratgeber zu Motten a.k.a. Maden.

Wir haben ein Problem. Und es ist nicht das erste Mal, dass wir es haben. Es sind Mottenlarven.

Vor einem Jahr ungefähr hatte ich schon einmal so ein Problem. Und seit ich darüber einen Artikel geschrieben habe, finden die meisten Leser meinen Blog über dieses Thema. Ziemlich viele Menschen geben als Suchbegriff bei Google ein:
"Maden an der Decke" oder
"Maden im Schrank" oder
"Was tun gegen Maden?"

Da mein Blog da offensichtlich als Suchergebnis angezeigt wird, schreibe ich jetzt noch einmal meine Leidensgeschichte in Kurzform, und auch was dagegen zu tun ist.
Ich hoffe dass es den Betroffenen hilft. Und ich möchte auch davon berichten wie mein Honigapfel alle Maßnahmen gegen die Lebensmittelmottenlarven sabotiert.

Vor ca. einem Jahr entdeckte ich kleine Würmer an der Decke. Sie waren weiß und hatten an einer Seite einen kleinen braunen Punkt (quasi wie ein Kopf). Das sind Mottenlarven meine Damen und Herren. Erkennen sie sie wieder aus ihrer eigenen Wohnung, dann herzlichen Glückwunsch. Sie gehören zu unserem kleinen auserwählten Club.

Natürlich war ich hellauf begeistert. Man kann sich das vorstellen. Und ich habe direkt Freunde und Bekannte gefragt was das sei und was ich dagegen unternehmen kann. Keiner konnte mir weiterhelfen. Jeder verzog nur etwas angeekelt das Gesicht. Denn das Stigma dass Maden sich im Dreck am wohlsten fühlen, wird direkt umgelegt auf einen selbst. Den Menschen gehen Bilder von verdreckten Messi-Wohnungen durch den Kopf und eitrige Geschwüre in denen es vor Maden wimmelt. Das ist natürlich nicht zwangsläufig der Fall. Denn es handelt sich nicht um Maden, sondern um Mottenlarven.

Man sollte Folgendes tun:
Zuerst einmal ist wichtig wo die "Maden" sind. An der Decke vermutlich, schon klar. Aber in welchem Raum?
Gehen wir einmal von meinem Beispiel, der Küche, aus.
Ich habe alle Schränke durchstöbert. Und im Backschrank, also der Hänge mit den Kuchenbackzeugs waren sie.
Jede Motte, die sich in euer Sichtfeld arbeitet solltet ihr zuallererst einmal rigoros vernichten.

Denn nur eine tote Motte ist eine gute Motte.

Als nächstes habe ich mir alle Sachen genau angeschaut. Das meiste musste ich wegschmeißen. Motten sind gerne in Tüten mit Nüssen (einfach mal genau die Nüsse angucken). Das "Nussmehl" also das Mehl das beim kleinraspeln entsteht kann auch Maden beherbergen. Inzwischen ist mein Auge so geübt, dass ich an der Konsistenz des Nussmehl genau erkennen kann ob sich Maden darin aufhalten.

Aber keinesfalls nur die angebrochenen Packungen werden Madenfutter. Auch verschlossene Originalverpackungen. Wenn ihr ein paar Packungen Puddingpulver habt, dann scheut es euch mal genau an. Schaut nach kleinen Löchlein, ungefähr vom Durchmesser einer Mottenlarve. Denn da futtern die sich durch und wenn sie drin sind, sind sie drin.
Oder auch ganz beliebt: Diese Packungen für Backpulver. Keiner kauft einzelne Tütchen Backin. Das sind ja oft 10er-Packs, zusammengehalten durch eine durchsichtige zugeschweißte Plastikfolie. Auch durch die Plastikfolie fressen sie sich durch.
Schaut genau hin! Zwischen den einzelnen Päckchen Backin oder Vanillinzucker sind dann oft so ganz feine Weben, wie extradünne Spinnweben. Da legen sie ihre Eier rein. Wenn ihr beim Reinigen "Spinnweben" irgendwo dranhängen seht - weg damit.

Anfangs wollte ich es nicht glauben. Ich habe nur das nötigste wegg1eschmissen. Und sobald ich von der Arbeit kam, waren wieder 10 Maden an der Decke. Also musste ich zu härteren Geschützen greifen.
ALLES musste weg, außer der Inhalt von Glasflaschen. Noch dazu haben wir solche Mottenfallen gelegt. Im Baumarkt gibt es für teures Geld solche klebrigen Pappen die man sich in die Schränke klebt. Die wären aber gar nicht mehr nätig gewesen. Nicht eine einzige Motte hatte den Frühjahrsputz überlebt. Diese Mottenfallen sind sogar eher lästig weil alles was daran kleben bleibt, nicht entfernt werden kann ohne die Packung oder die Mottenfalle zu zerreißen. Ich habe sie einige Monate später abgemacht.
Außerdem sollte man den Schrank mit Essigwasser auswischen. Es darf auch gern etwas stärker sein. Das stinkt zwar für einen Tag erbärmlich, aber Motten hassen das.

Jetzt haben wir blöderweise wieder diese Larven. Nach über einem Jahr! Ich wollte wieder alles wegschmeißen und den Viechern den Garaus machen. Aber mein Honigapfel steht die ganze Zeit neben mir und vbemängelt ich würde zu viel wegschmeißen. "Das haben wir gerade erst gekauft." oder "Das ist das letzte Backpulver das wir haben." Und natürlich der böse Blick taten ihr übriges. Und deswegen werden wir die Viecher nicht los. Natürlich, werden es nach jeder Aufräumaktion weniger, aber verschwinden tun sie eben nicht.
Das zeigt: Es muss alles weg, was keine Miete zahlt.

Noch ein kleiner Tipp: Wenn es das Verdachtsobjekt mehliger Natur ist, nicht schütteln! Erst mal gucken was sich so oben drauf tümmelt. Wenn dort die Luft rein ist - dann schütteln!

Merke: Wenn auch nur ein Ei überlebt und zu einer Larve wird, die zu einer Motte wird, fängt der Spaß von vorn an.

Und das ist nur das Beispiel Küche. Natürlich können die Motten überall ihre Eier ablegen. Bei uns war es nun eindeutig, weil sich ständig mehrere ausgewachsene Motten in einem verschlossenen Schrank aufhalten. Wo sollten die herkommen wenn nicht aus dem Schrank selber! Sie können aber auch in Strohhalmen, unter dem Teppich, in Schubladen, unter Schubladen usw. leben, und sich dort von kleinen hingefallenen Krümeln ernähren.

Beim ersten mal mussten wir sogar die Abzugshaube abbauen und alles grundreinigen inkluve Filterwechsel.
Macht euch die Mühe, oder holt den Kammerjäger. Um das wegschmeißen der Lebensmittel kommt ihr aber nicht drumherum. Bedenkt: Wenn auch nur der Verdacht besteht dass da Motteneier drin liegen, wollt ihr es doch eh nicht essen oder?

17.9.12 19:17

Letzte Einträge: Interview mit einer unehrenhaften Frau, Horrorstories 1, Die Anfänge, And now for something completely different, Weiter geht's!, Endlich zum Schluss kommen

bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Macabros (18.9.12 06:28)
Du hast REcht - da hilft nur rigeroses Handeln und man soll sich nicht wundern, wie und wo die Viecher überleben - drücke die Daumen, dass alle erwischt wurden...

LG

Maccabros


Rainer / Website (18.9.12 12:59)
Die dummen Motten fallen reihenweise darauf herein und nach einer Woche hatte ich 29 solcher Viecher auf dem Streifen kleben.
Die heissen übrigens "Mottenfallen" von Spiess-Urania und die kosten im Raiffeisen 18,95 DM für vier Stück.
Da kann man nur noch sagen....leimgefallen
--
Bei Raiffeisen gibt es die besten Killer. Bei mr sind es als die Ameisen im Frühjahr in der Küche.


Rainer / Website (18.9.12 13:03)
http://www.lockandlock.info/

Nichts in Tüten aufbewahren


Rainer / Website (18.9.12 18:22)
es muss nicht lock und lock sein. Billige Gefrierplasikdosen tun es auch. Die sind auch dicht. Meine Mutter hatte auch mal Motten und viele Tüten. Kannst einem erfahrenem Single Hausmann glauben. der seine Freundinnen richtig satt machen kann. Frage mal meine Sabine


Rainer / Website (18.9.12 18:24)
und im Bett mache gerne Sab auch "alle"

So genug erst mal


Rainer / Website (18.9.12 19:42)
ach ja .. wenn du persönlich beraten willst call 07556 8918

God bless you

Rainer


Bob (18.9.12 23:33)
@Rainer: Bist du betrunken oder warum schreibst du so ein Kauderwelsch?


Sabine / Website (10.11.13 17:28)
danke liebe Lukrezia für deinen Eintrag über die lieben Mottenlarven! Auch wir haben die Viecher an der Decke entdeckt und nach deinen Anweisungen gehandelt. Bei uns war es das Wohnzimmer, insbesondere der Mäusestall und noch konkreter das Schränkchen unter dem Mäusestall, in dessen Schublade sich ein Plastiksack mit Sonnenblumenkernen befand. Vollkommen durchlöchert und die Larven waren ÜBERALL, sogar in den Schienen der Schubladen. Nach einer Komplettreinigung + Essigwassereinsatz hoffen wir jetzt, dass die Plage vorbei ist.
Nochmal danke für die mentale Unterstützung und die Aufklärung ;-)

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