Erinnerungen

Der arme alte Mann

Ich bin wieder zurück in heimischen Landen.
Und ich habe wirklich viel gesehen dass es wert wäre darüber zu berichten. Ich war in Dresden, Buchenwald (erneut), habe mich durch meine eigene Stadt führen lassen, und habe mir diverse Burgen angeschaut, inklusive mittelalterlichem Mahl.

Aber ich würde viel lieber über meinen ehemaligen Religionslehrer schreiben.
Den habe ich nämlich wiedergetroffen bei der Austellung zum Naumburger Meister die im Moment im Naumburger Dom zu besichtigen, und wirklich sehr sehenswert ist.

Schon damals fand ich ihn echt zum knuddeln. Ein sehr gläubiger Mensch, der Spaß an allem "Lebenden" hat, und Gott jeden Tag für seine Schöpfung dankt. Ganz anders als ich also. Er war Gärtner in einem Schloßgarten (leider habe ich vergessen welchen) um dann im Wechsel mal wieder als Theologe zu arbeiten. Aber er war wirklich so ein Lieber, dass es mir immer richtig im Herzen weh tat, wie er im Unterricht von seinen Schülern immer behandelt wurde. Keiner wollte bei seinen Liedern mitsingen, und dabei hat er sich so eine Mühe gegeben. Ich habe nur mitgesungen, weil es ihm so eine Freude gemacht hat und es mir wirklich das Herz gebrochen hätte.
Für Belustigung hat auch immer gesorgt dass er mit einem alten Klapprad zur Schule kam und seine Hosenbeine, damit sie nicht schmutzig wurden mit Wäscheklammern abgeklemmt hat - und diese den ganzen Tag nicht abnahm.
Seine Frau hat ihm immer ganz liebevoll Schnitten gemacht, und er hatte immer einen kleinen Kamm in der Hose (sic!) um sich die letzten paar Mutzeln noch zurechtzuzupfen.

Und den habe ich wiedergetroffen. Er lief gebeugt, und hat wahnsinnig abgenommen. Wir haben uns mit Handschlag begrüßt, und dann hat er den Mund aufgemacht.
Ein kleines zartes Stimmchen kam heraus. Er sagte weil "das Alter halt doch die ein oder andere Krankheit mit sich bringt." Unterrichten könne er nicht mehr, seine Stimme reiche nicht mehr aus. Aber er sei schließlich auch schon fast 70. Und dann verabschiedete er sich auf die gewohnt freundliche Art und schlurfte davon. Ich schreibe schlurfen, weil sein Gang tatsächlich nicht mehr so sicher war. Er wirkte einfach alt, gebrochen, und hinfällig. Der arme Mann.

Aber dass er sich die Ausstellung vom Naumburger Meister angeschaut hat - da war er ganz der Alte.

P.S. Ich hoffe jemand schenkt mir das Buch zur Ausstellung zum Geburtstag.

4 Kommentare 2.7.11 18:16, kommentieren

Karamalz

Als Kind habe ich Karamalz und Hansa-Malz geliebt. Alkoholfreies Malzbier, am liebsten mit Karamel. Mein Kiwi hält mich für verrückt. Bier das ALKOHOLFREI ist und dann auch noch mit ZUCKER gepanscht.

Vor kurzem waren wir also in einem Getränkeshop und was sah ich da: Eine Kiste Karamalz. Ganz vorn im Angebot. Dort wo jeder sie sehen muss. Und eine dicke Schicht Staub war auf Kiste und Flaschen.

Mein Kiwi hat scheinbar recht. Ich fand es urkomisch.
Tja, mehr für mich.

3 Kommentare 12.4.11 11:19, kommentieren

Der Tod im Schnee

Ich hab mal wieder Lust einen Schwank aus meiner längst vergangenen Jugend zu erzählen....
"Früher...im Ferienlager......"

Also.....: Vor einigen Jahren im Winter war ich bei einer guten Freundin von mir. Rodeln wollten wir, und der nahegelegene Hügel war unser Ziel.
Wir stellten uns also mit unseren Schlitten ganz oben auf diesen 8000er Hügel.
Ich sollte vorn sitzen und sie hinten, weil sie dem Irrtum erlag sie könne lenken und ich könne dies nicht.

Wir setzten uns also auf unseren Schlitten und die Fahrt begann. Nach etwas langsamen Sekunden beschleunigte der Schlitten auf der vereisten Fläche immer mehr. Bis wir schließlich mit 150 Meilen pro Stunde ziemlich flott in einen Hagebuttenstrauch rauschten.

Meiner Freundin ist natürlich nichts geschehen nur ich hatte eine Kriegsbemalung aus Erdklumpen im Gesicht und sah aus als ob ich bei "Braveheart" mitspielen wollte. Topdreckig von oben bis unten. Aber da kenne ich bekanntlich nüscht und es sollte weiter gehen......

Wir setzten uns also wieder auf unseren Todesbock
Schlitten und rodelten die gefährlichste Strecke hinab. Der Tod lauerte hinter jedem Baum und natürlich auf der angrenzenden Straße. Wir wurden so schnell dass wir Angst bekamen und die dilletantischen Versuche Lenkung meiner Freundin versagte kläglich, als wir auf einen riesigen Baum zufuhren den ich dort natürlich noch nie gesehen hatte, und der dort keinesfalls hingehörte.

Meine Freundin hielt sich die Augen zu und zog die Beine ein. Mir wurde schlagartig klar warum ich wirklich vorne saß und ich fuhr meine Beine Lenkmenchanismen aus um uns doch noch in eine andere Richtung zu manövrieren.
Zu unserem Glück und unser aller Erstaunen klappte das sogar. Und ich wurde zur heimlichen Heldin des Tages. Wir amüsieren uns heute noch köstlich über ihren missglückten Mordversuch an mir.
Aber der Baum steht noch und ich sowieso.

Sollte ich mal Bürgermeisterin werden, dann wird meine erste Amtshandlung sein diesem Baum entweder einen Gedenkkranz darzubringen oder ihn fällen zu lassen, auf dass er nie wieder Kindern das rodeln vermasseln möge.

Hach war das schön damals....

5 Kommentare 1.9.07 17:44, kommentieren

Das schlimmste Date aller Zeiten

So, mal wieder was für die "Damals..."-Kategorie.
Ich werde jetzt mal über mein, mit Abstand, schlimmstes Date berichten.

Es geht los:
Also zunächst ist er zu spät gekommen, obwohl das ja wohl mein Vorrecht als Mächen ist.
Ich dachte mir noch nichts böses. Dann ging es ans bezahlen. Er winkte mit einem 5€-Schein und sagte mit Unschuldsmiene dass das Geld wo scheinbar nicht für 2 Kinokarten reichen würde. (Es reichte nicht mal für eine einzige) also musste ich auch noch bezahlen.
So weit sollte die Emanzipation auf keinem Fall gehen.

Die 3€ Wechselgeld die ich bekommen sollte hat er sich einfach geschnappt und eingesteckt.
Da war ich das erste Mal entsetzt.
Als er mich gefragt hat ob er mir noch was zu knabbern holen solle war ich da schon wieder etwas erleichtert.
Ich wollte Nachos, und er streckte mir seine Hand entgegen und wollte eben dass ich sie ihm bezhale. Da hab ich ihm gesagt dass er das Geld nehmen soll das er mir grade geklaut hat.
Er ist fast rot geworden und hat was gebrabbelt so von wegen: "Ich Dummerchen...ups"
Er trabte also los und kam wieder mit Nachos und Käsesauce. Darauf waren Pepperonis. Die mag ich allerdings nicht.
"Kein Problem" meinte er....und pflückte die Peppers nicht etwa runter sondern fuhr fast mit der ganzen Hand durch die Sauce, leckte seine Finger noch genüsslich ab und tat dasselbe wieder. Solage bis die Peppers zwar alle waren, allerdings auch die ganze Sauce. Was allerdings noch da war, waren Überreste seines Speichels.

Ich habe mich so geekelt.

Wir saßen inzwischen im Kino. Der Film fing noch nicht an und er fühlte sich wohl genötigt den Alleinunterhalter zu machen. Dies tat er indem er mir Witze über Contergan-Kinder erzählte. Ich fand sie nicht lustig.


Ich war sowas von abgeneigt.
Aber dann hat er den wahrscheinlich größten Fehler gemacht.
Er tat das hier. Ich habe ehrlich überlegt zu gehen. Aber da ich diesen Film damals unbedingt sehen wollte, habe ich ausgeharrt.

Als er danach gefargt hat, ob ich noch ein wenig mit zu ihm kommen würde, habe ich ihn ausgelacht und bin nach Haus gefahren.
Wer dieses Date noch toppen kann in Scheißeness, der bekommt n Preis von mir.

6 Kommentare 25.3.07 16:06, kommentieren

Der Barren und Ich

Ach irgendwie hab ich mal wieder Lust was von früher zu erzählen.

Ein klares Beispiel von Konditionierung. Wir mussten früher im Sportunterricht, wie wahrscheinlich alle Schüler einmal, am Stufenbarren rumturnen.
Irgendwann war dann auch ich mal an der Reihe. Und kunstvoll schwang ich mich hoch. Alles wie es sein sollte.

Wer mich kennt weiß allerdings was ich für eine "Sportskanone" bin. Folglich fiel es mir auch schwer die folgenden Übungen auszuführen. Besser gesagt die Übung die hätte folgen sollen. Das hatte zur Folge dass ich am Ende wie ein Schluck Wasser in der Kurve am Barren hing, ohne auch nur meinen kleinen Finger bewegen zu können. Fragt mich bitte nicht wie ich das hingekriegt habe....

Als es die Lehrerin dann doch irgendwann geschafft hatte mich in eine vernünftige Position zu bringen fand ich die Situation so komisch, dass ich einfach nur lachen konnte. Ich konnte gar nicht mehr an mich halten. Und plumpste gleich wieder halb vom Barren, allerdings nicht ohne meiner Sportlehrerin gehörig in den Busen zu treten.

Während sie sich am Boden wand vor Schmerzen, war es mit mir soweit dass ich gar nicht mehr aufrecht gehen konnte vor Lachen. Die Situation war einfach nur so komisch.....geil!

Das eigentliche Problem folgte in den folgenden Schuljahren in denen ich es nicht mehr schaffte den Stufenbarren zu erklimmen weil ich jedes Mal so zu lachen anfing dass ich , kaum erklommen, das Ding auch wieder unfreiwillig verließ.

Wirklich ärgerlich wurde es dann als ich eine sehr strenge Sportlehrerin bekam, mit Haaren auf den Zähnen und Testosteron im Blut.....sozusagen.
Bei ihr hatte ich in am Barren nichts zu lachen. Vor allem nicht, als es mir mit ihr erging, wie es schon ihrer Vorgängerin erging. Ich trat ihr in die Brüste. Und sie wand sich nicht bloß vor Schmerzen sondern wurde richtig aggro. Flucht war nutzlos, und die 6 unausweichlich.

Irgendwie habe ich da neulich wieder dran denken müssen (bin fast vom Stuhl gefallen vor Lachen) und dachte dass ich das mal hier verewige.....

1 Kommentar 18.2.07 13:04, kommentieren