Hohe Medizin

Anarchistenarm

Ein juristischer Tipp:

Sie haben in der Öffentlichkeit masturbiert? Neigen Sie dazu Frauen nicht nur nachzustarren sondern auch gleich handgreiflich zuwerden? Egal ob die vordere obere Körperhälfte oder die hintere Untere.
Hat sich ihre Hand zwischen die Gesichtsknochen eines Anderen verirrt?
Und jetzt fürchten Sie die Strafanzeige?

Das muss nicht sein!



Butter bei die Fische.....Wenn man auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert halten einen gleich alle für bekloppt. Das ist ja auch nicht Sinn der Sache. Auch die Solidarität der Bevölkerung nimmt ab, wenn man die Schuld stupide von sich weist. "Die Stimmen in meinem Kopf wollen es." ist out.


Auch das muss nicht mehr sein!



Die Lösung heißt .....
(Ich habe überlegt diesen Satz nur gegen Bares zu beenden. Aber ich bin da ja Kumpel.) Dr. Strangelove-Syndrom.
Benannt ist es nach dem Film Dr. Strangelove, der im Deutschen Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben heißt.
Man kann aber auch einfach Fremde-Hand-Syndrom sagen.
1908 wurde diese Krankheit zum ersten Mal diagnostiert. Die Ursachen sind im Gehirn zu suchen. Schäden die s.B. durch Schlaganfälle ausgelöst werden können führen zu diesen unkontrollierten Bewegungen.
Die Beispiele vom Anfang sind aber nicht völlig aus der Luft gegriffen. Es gab wirklich schon derartige Fälle die vor Gericht gingen, wo also die Beschuldigten alles darauf schoben dass die Hand einfach mache was sie wolle.

Da darf sich jetzt jeder seinen Teil dazu denken.

Quelle: American Journal of Physical Medicine and Rehabilitation (2000, 79; 4: 395)<7i>

18.2.09 16:56, kommentieren

Taub durch Naseputzen

Wieder einer dieser Fälle wo man sich fragt wie das gehen kann:

Ein Mann aus Japan wurde in ein Krankenhaus eingeliefert mit akuten Symptomen.
Er konnte nichts mehr hören. Zudem litt er unter Schwindel und sein linker Augapfel zitterte (<-- das will ich ma sehen )
Grund dafür war, dass er seine Nase zu heftig putzte.
Der Innenohrdruck stieg und stieg bis er zu hoch war.

Aber auch die Deutschen sind sehr kreativ wenn es darum geht sich in derartige Schwierigkeiten zu bringen. Einem Deutschen passierte nämlich etwas ähnliches als er versuchte einen Luftballon mit der Nase aufzublasen.

Also beim Naseputzen demnächst aufpassen das das Trommelfell nicht dabei platzt.
Im Ernst: Manche Sachen sind wirklich schwer zu glauben.

Quellen:
Nippon Jibiinkoka Gakkai Kaiho (1997, 100; 11: 1375)
Zeitschrift Laryngorhinootologie (1992, 71;9: 485)

1 Kommentar 5.4.08 19:32, kommentieren

Neue Kategorie...

Ich habe eine neue Kategorie hinzugefügt.
"Hohe Medizin" ist für alle medizinischen No-Gos die Medizinern so passieren. Angefangen vom vergessenen Skalpell das inzwischen ja schon fast sprichwörtlich ist bis hin zur unsinnigstens Studie.

Wer an Hypochondrie leidet sollte um diese Einträge einen großen Bogen machen.
Nur, da ich angehende Krankenschwester bin und in Bälde vorraussichtlich Medizin studiere, dachte ich dass sich das schon irgendwie anbieten würde.

Unterhaltsam ist dieses Gebiet der Medizin auf jeden Fall.
Bleibt mir nur zu hoffen, dass es mir nicht genauso widerfährt wie einigen Kollegen und hoffentlich zukünftigen Kollegen.

1 Kommentar 2.3.08 16:44, kommentieren

OP am Gehirn

Das ist ja ehrlich schockierend. (Nein, das ist keine Ironie!)
Früher wurden bei psychisch kranken Patienten Lobotomien durchgeführt.
Diese Eingriffe sahen so aus, dass der Kopf aufgebohrt wurde und mit einem Skalpell oder anderen extra angefertigten Instrumenten im Schädel hantiert wurde. In der Nähe der Augen, also am Frontalschädel wurden Hirnregion verletzt - ganz gezielt. Nervenfasern wurden zerschnitten indem die Werkzeuge im Kopf geschwenkt wurden (immerhin in "bestimmten Winkeln")

Allerdings hatte dieser schreckliche Eingriff auch Nebenwirkungen. Neben der "Heilung" der Psychose (o.Ä.) traten auch Antriebsstörungen auf und Störungen der Emotionalität. Auf deutsch heißt das derjenige hatte zu nichts mehr Bock und konnte auch keine Gefühle mehr fühlen und artikulieren. Die Schäden sind natürlich irreversibel.

Wenn man bedenkt dass dies auch bei Depressionen durchgeführt wurde. Jeder Mensch der z. B. einen nahestehenden Verwandten verloren hat leidet an so etwas.
Und so etwas fand nicht in grauer Urzeit im dunklen Kämmerchen statt wie illegale Abtreibungen zu Zeiten wo diese noch verboten waren. 1936 wurde die erste OP dieser Art an einem Menschen durchgeführt. Und 1949 hat Antonio Egas Moniz sogar den Nobelpreis für Medizin dafür bekommen.

Ich bin natürlich nicht doof. Es ist mir nicht unbekannt dass schon immer, vor allem wegen geistiger Krankheit, am Gehirn herumgepfuscht wurde. Allerdings war mir nicht bekannt dass dies eine anerkannte wissenschaftliche Methodik war. Ich glaubte tatsächlich es würde sich so verhalten wie die oben erwähnte Abtreibungssache.
Aber dem ist nicht so. Walter Freeman ein "Vorreiter" auf diesem Gebiet führt unzählige OP's durch, die vor Publikum stattfanden. Fast schon im Akkord "verarbeitete" er 12 Patienten am Tag.

Er war so eifrig dass er selbst hyperaktive Kinder operierte obwohl dies, wie wir nicht erst seit heute wissen, absolut unötig ist. Walter Freeman bei einer Lobotomie Er war fast so etwas wie ein verrückter Professor. Folgendes Indiz dazu:
Die Narkose wurde weiterentwickelt und erlaubte es den Kopf nur lokal zu anästhetisieren während der Patient bei vollem Bewusstsein war. Freeman nutze dies um die Patienten während der OP zu befragen. Er glaubte erst dann genug weggeschnitten zu haben wenn der Patient seine kognitiven Fähigkeiten ganz oder zum Teil eingebüßt hatte.
Er stellte ihnen einfache arithmetische Aufgaben. (1+3=4 zum Beipspiel) Wenn sie diese nicht lösen konnten, hörte er erst auf. Er machte so, viele Menschen zu geistigen und emotionalen Krüppeln. In Zahlen ausgedrückt: Freeman operierte während seiner Laufbahn 3600 Menschen, und weltweit wird die Zahl auf 1 Million Menschen dotiert. Dazu brauchte man eine Zeit lang nicht einmal eine Ausbildung zum Neurochirurgen.

Einer flog über das Kuckucksnest
Vielleicht kennt jemand den Film "Einer flog über das Kuckucksnest" denn darin geht es genau darum. Die Folgen sind sicherlich dramatisiert worden, aber im Großen und Ganzen ist das was Jack Nicholson am Ende widerfährt genau diese OP mit ihren Folgen.




Lobotomie bei Wiki

Ein Betroffener erzählt seine Geschichte (englisch)

2 Kommentare 5.11.07 20:10, kommentieren